Ebbe an der Loopacabana

Wer bisher geglaubt hat, dass es Ebbe und Flut nur an der Nordsee gibt, wird in diesen Tagen eines besseren belehrt. Zur Zeit kann man an der Loopacabana ein Ereignis bestaunen, das hier nur sehr selten vorkommt.

Es herrscht nämlich Ebbe an der Loopacabana, weil seit dem 18. September der Wasserspiegel im Stausee für Kontrollzwecke um bis zu 1,80 m abgesenkt wird. Die Aggerkraftwerke GmbH & Co KG weist als Betreiber der Wehranlagen durch diese Überprüfung der Bezirksregierung Köln nach, dass die Wehranlagen den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Die Bezirksregierung ist die Talsperrenaufsicht im Regierungsbezirk Köln.

Nach der Überprüfung des Stauwehrs Ehreshoven I an der Loopacabana kommt dann wieder die Flut, weil anschließend das Stauwehr Ohl-Grünscheid kontrolliert wird und dort ebenfalls das Wasser abgelassen wird. Das läuft dann durch das Flussbett der Agger in den Stausee Ehreshoven I und füllt diesen zumindest teilweise wieder auf.

Durch das Absenken des Wasserspiegels ist an der Loopacabana jetzt eine Art Wattenmeer entstanden, allerdings ohne Krabben und Wattwürmer, sondern mit viel Steinen, Schlamm und auch Müll, der durch das Absenken des Wasserspiegels zum Vorschein gekommen ist.

  • Blick Richtung Staumauer

Die Fische, sowie die Wasservögel wie Enten, Gänse und Schwäne, müssen zur Zeit mit dem ursprünglichen Flusslauf der Agger und den Restflächen an Wasser im See auskommen. Viele Tiere haben allerdings das Gebiet auch wegen des knappen Nahrungsangebotes verlassen. Sie werden hoffentlich wiederkommen.

Mit festem Schuhwerk kann man jetzt fast trockenen Fußes durch große Teile des ehemaligen Sees laufen. Das erlaubt eine Sichtweise auf das Ufer und die Umgebung, die man sonst nur von einem Boot aus hätte.
Den ursprünglichen Verlauf der Agger, welcher in der Nähe des Campingplatzes verläuft , kann man jetzt auch sehr gut wiedererkennen. Dort fließt die Agger zur Zeit wieder wie in alten Zeiten.

Ursprünglicher Flußlauf der Agger

Auch ein altes Bauwerk, die Absperrmauer, die früher dazu diente, ein Teil des Wassers der Agger durch ein Rohr in Richtung Schloss Ehreshoven abzuleiten, ist wieder zum Vorschein gekommen.

Alte Sperrmauer

Dadurch kommt durch diese Überprüfung auch ein Stück Zeitgeschichte wieder zum Vorschein, welche bei den Einheimischen, die die ganze Geschichte des Stausees zum Teil noch selbst miterlebt haben, manche Erinnerungen an die eigene Kindheit und die Zeit wieder lebendig werden lässt, als ein Teil der Loopacabana noch ein Froschweiher war, wo man im Sommer schwimmen gegangen und im Winter Schlittschuh gelaufen ist.

Weitere Fotos zu diesem Beitrag findet man in der Bildergalerie. Die Fotos wurden an verschiedenen Tagen sowohl von verschiedenen Positionen als auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgenommen.

Nachtrag vom 18.10.2018:
Seit heute haben wir wieder "auflaufendes Wasser". Die Überprüfung wurde beendet, das Gerüst an den "Drei Türmen" wurde wieder abgebaut und die Aggerkraftwerke GmbH und Co KG hat mit dem Aufstauen des Wassers begonnen. Der Wasserpegel im See steigt also langsam wieder. Der ursprüngliche Wasserstand wird voraussichtlich in den nächsten Tagen wieder erreicht werden. Die Dinge, wie z.B. die Baumstümpfe des alten Baumbestandes am ursprünglichen Aggerufer, die man bisher noch sehen konnte, werden damit wieder für einige Jahre im See verschwinden.

Link: Pressemitteilung der Bezirksregierung Köln

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